Kameo ist eine schwedische Immobilien-Crowdfunding-Plattform, die im Jahr 2015 gegründet wurde und ihren Firmensitz in Stockholm, Schweden hat. Die dahinterstehende Gesellschaft Kameo Svensk Filial betreibt die Plattform kameo.se als Online-Marktplatz, auf dem Privatanleger und institutionelle Investoren in besicherte Immobilienkredite investieren können. Kameo für deutsche Anleger ist grundsätzlich zugänglich, da die Plattform über eine ECSP-Zulassung (European Crowdfunding Service Provider) der schwedischen Finansinspektionen unter der Registrierungsnummer 559434-0456 verfügt. Die EU-Verordnung (EU) 2020/1503 ermöglicht es zugelassenen Plattformen, ihre Dienstleistungen grenzüberschreitend innerhalb der EU anzubieten. Die BaFin beaufsichtigt Kameo nicht direkt; zuständige Aufsichtsbehörde ist die Finansinspektionen in Schweden.
Das Geschäftsmodell von Kameo basiert auf der Vermittlung von Immobilien-Fremdkapital: Immobilienentwickler und Projektgesellschaften suchen Finanzierungen, die von einer Vielzahl von Kleinanlegern gemeinsam bereitgestellt werden. Anleger erhalten im Gegenzug einen Anspruch auf Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung. Der Einstieg ist bereits ab SEK 500 (umgerechnet ca. 40–50 Euro, je nach Wechselkurs) möglich, was die Plattform vergleichsweise niedrigschwellig positioniert. Investitionen sind in Schwedischen Kronen (SEK) denominiert, was für Anleger aus dem Euroraum ein Währungsrisiko bedeutet.
Kameo konzentriert sich ausschließlich auf das Segment der Immobilienkredite (Real Estate Debt). Anleger finanzieren über Schuldtitel Bauprojekte, Bestandsentwicklungen oder kurzfristige Überbrückungsfinanzierungen. Die Plattform veröffentlicht öffentlich zugängliche Finanzierungsstatistiken, was eine gewisse Transparenz über das Volumen der vermittelten Projekte bietet. Seit Gründung hat Kameo nach eigenen Angaben rund 2,46 Milliarden SEK an Volumen finanziert, mit einer durchschnittlichen monatlichen Aktivität von rund 88 Millionen SEK in den vergangenen zwölf Monaten.
Hinsichtlich der Plattformfunktionen fehlen einige Features, die bei anderen europäischen P2P-Plattformen verbreitet sind: Es gibt weder eine Auto-Invest-Funktion noch einen Zweitmarkt für den vorzeitigen Verkauf von Anteilen. Eine mobile App steht zum Zeitpunkt dieser Analyse ebenfalls nicht zur Verfügung. Anleger müssen Investitionsentscheidungen manuell treffen und sind bis zur Fälligkeit der Projekte an ihre Mittel gebunden. Die unterstützten Plattformsprachen sind Schwedisch, Norwegisch und Dänisch, was für deutschsprachige Nutzer eine Sprachbarriere darstellen kann.
Die Trustpilot-Bewertung von Kameo liegt bei 3,3 von 5 Sternen, basierend auf mehreren Hundert Bewertungen. Das Bild ist gespalten: Ein Teil der Nutzer lobt den Kundenservice als schnell und kompetent, während ein relevanter Anteil der Kritiker die Änderung des Zuteilungsmodells für Kredite – von einer Auktion nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt" zu einem Gleichverteilungsmodell – als nachteilig für langjährige Anleger bewertet. Zudem werden Kritik an der Transparenz der Ausfallstatistiken sowie UX-Probleme der Plattform angesprochen.