Ventus Energy ist eine Crowdfunding-Plattform…
Ventus Energy ist eine Crowdfunding-Plattform, die von knapp 5.000 Privatanlegern aus ganz Europa 65,8 Millionen Euro eingesammelt hat – mit dem Versprechen von bis zu 18 % Rendite auf grüne Energieprojekte. Meine Erkenntnisse: Der CEO hat Dokumente gefälscht. Ventus sammelte Geld zum Kauf „ihres Bürogebäudes“. Dabei handelte es sich tatsächlich um den Firmensitz von Crowdestor, einer gescheiterten Kreditplattform, bei der 69 % der Darlehen sich in der Abwicklung befinden. Der CEO bearbeitete das Bewertungs-PDF und klebte „Ventus Energy“ über „Crowdestor“, bevor er es an die Investoren schickte. Er vergaß, die Datei zu glätten. Die Bearbeitungshistorie zeigt seinen Namen bei jeder Änderung. Der Gründer verkauft seine eigenen Vermögenswerte an seine eigene Plattform. Jānis Timma hält 65 % an Ventus. Ihm gehörten auch die Kraftwerke, die Ventus mit dem Geld der Anleger kauft. Ein Kraftwerk erwirtschaftete letztes Jahr 88.000 Euro. Ventus zahlte dafür 6,36 Millionen Euro – etwa das Fünffache des tatsächlichen Wertes. Das Geld der Anleger fließt möglicherweise nicht dorthin, wo sie es vermuten. Bei einem Deal kündigte Ventus eine Akquisition über 10 Millionen Euro an. Die Verkäufer erhielten jedoch kein Bargeld, sondern einen Schuldschein, besichert durch ein Pfandrecht auf den Vermögenswert. Die von Privatanlegern eingesammelten 3 Millionen Euro? Der Darlehensvertrag erlaubt deren Verwendung für „Gebühren und Kosten“. Die genauen Gebührenbeträge werden nicht offengelegt. Das Unternehmen sollte das alles wahrscheinlich gar nicht tun dürfen. Ventus verfügt weder über eine Kreditlizenz noch über eine Crowdfunding-Zulassung und ist bei keiner Finanzaufsichtsbehörde registriert. Das Eigenkapital beträgt 4.166 Euro, es gibt keine Mitarbeiter, und das Unternehmen ist als „Webportal“ eingetragen. Das estnische Recht schreibt eine Genehmigung vor, um rückzahlbare Gelder von der Öffentlichkeit entgegenzunehmen. Ventus beansprucht eine Ausnahmeregelung, wirbt jedoch öffentlich bei Tausenden von Anlegern. Sie haben Influencer mit Unternehmensanteilen bezahlt. Sieben P2P-Blogger, die Plattformen wie Ventus bewerten, wurden zu Anteilseignern. Fünf von ihnen haben dies nicht offengelegt, als sie Ventus ihren Lesern empfahlen. Die vollständige Untersuchung oben enthält Registerauszüge, geprüfte Jahresabschlüsse und das originale gefälschte PDF. Alle Quellen sind angegeben und nachprüfbar.