Winwinner ist eine belgische Crowdlending-Plattform, die 2019 in Gent gegründet wurde und sich auf die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) spezialisiert hat. Hinter der Plattform steht die Gesellschaft WinWinner Crowd BV mit Sitz in Gent, Belgien. Winwinner für deutsche Anleger ist als grenzüberschreitender Schwarmfinanzierungsdienstleister tätig und verfügt über eine Zulassung als European Crowdfunding Service Provider (ECSP) gemäß der EU-Verordnung (EU) 2020/1503, vergeben unter der Registernummer BE0723.682.356 durch die belgische Aufsichtsbehörde FSMA (Autoriteit voor Financiële Diensten en Markten). Die Plattform ist unter der Domain winwinner.be erreichbar.
Das Geschäftsmodell von Winwinner basiert auf dem direkten Vermitteln von Darlehensfinanzierungen zwischen Privatanlegern und kleinen Unternehmen, überwiegend flämische Startups und Wachstumsunternehmen. Anleger stellen diesen Unternehmen Kapital in Form von Schuldtiteln (Debt) zur Verfügung und erhalten dafür verzinsliche Rückzahlungen. Der Einstieg ist ab einem Mindestbetrag von 500 Euro möglich, was die Plattform grundsätzlich auch für Privatanleger mit begrenztem Kapital zugänglich macht.
Winwinner in Deutschland ist nutzbar, da der ECSP-Pass eine EU-weite Tätigkeit erlaubt. Deutsche Anleger können sich auf der englischsprachigen Plattform registrieren und in belgische KMU-Projekte investieren. Die Plattform bietet Investments in Form von Unternehmenskrediten an, die auf Euro lauten. Ein Autoinvest-Feature, ein Zweitmarkt sowie eine mobile App stehen nach aktuellem Stand nicht zur Verfügung, was die Flexibilität im Vergleich zu größeren europäischen Plattformen einschränkt.
Die Plattform richtet sich ausdrücklich an Anleger, die gezielt lokale, insbesondere flämische Unternehmen unterstützen möchten und dabei ein gewisses Ausfallrisiko akzeptieren. Die Bewertungen auf Trustpilot zeigen ein gemischtes Bild: Neben positivem Feedback zur Kommunikation und Projektauswahl häufen sich kritische Stimmen zu einer vergleichsweise hohen Insolvenzquote bei finanzierten Unternehmen sowie zu mangelnder Transparenz. Interessierte Anleger sollten sich vor einer Investitionsentscheidung eingehend mit den auf der Website ausgewiesenen Verzugsquoten befassen. Aggregierte Plattformstatistiken werden öffentlich nicht veröffentlicht, was eine unabhängige Due Diligence erschwert.