Crowdestate ist eine Immobilien-Crowdfunding-Plattform mit Sitz in Tallinn, Estland, die 2019 von der Crowdestate AS gegründet wurde. Die Plattform ermöglicht es Privatanlegern, ab einem Mindestbetrag von 100 Euro in grundschuldbesicherte Immobilienfinanzierungen (Debt) zu investieren. Crowdestate für deutsche Anleger ist grenzüberschreitend tätig und besitzt eine ECSP-Zulassung (Registrierungsnummer 14773059) der estnischen Finanzaufsichtsbehörde Finantsinspektsioon. Da die BaFin die Plattform nicht beaufsichtigt, sind deutsche Anleger dem regulatorischen Rahmen des Herkunftslandes Estland ausgesetzt.
Das Geschäftsmodell von Crowdestate verbindet Immobilienprojektentwickler direkt mit einer Community privater Investoren. Kreditnehmer – typischerweise Projektentwickler aus dem europäischen Raum – erhalten auf diesem Weg Finanzierungen, ohne ausschließlich auf Bankkredite angewiesen zu sein. Anleger investieren in verzinsliche Darlehen, die durch Immobilienprojekte besichert sein können. Die Plattform bietet keine Rückkaufgarantie (Buyback), sodass das Ausfallrisiko direkt beim Anleger verbleibt.
Crowdestate bietet ausschließlich fremdkapitalbasierte Instrumente (Debt) im Immobiliensegment an. Alle Investments sind in Euro denominiert und richten sich offiziell auch an Privatanleger (Retail Investors). Ein Auto-Invest-Tool ermöglicht die automatisierte Portfoliozusammenstellung nach vordefinierten Kriterien. Darüber hinaus existiert ein Zweitmarkt, über den Anleger Anteile an laufenden Projekten unter bestimmten Bedingungen vor Fälligkeit handeln können. Eine mobile App ist nach aktuellem Stand nicht verfügbar.
Hinsichtlich der Vertrauenssignale ist Transparenz angebracht: Das Trustpilot-Rating von Crowdestate liegt mit 1,6 von 5 Sternen – basierend auf hunderten Bewertungen – deutlich im kritischen Bereich. Ein erheblicher Anteil der Bewerter berichtet von Zahlungsausfällen einzelner Projekte, eingefrorenen Mitteln und Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit dem Support. Positive Stimmen loben gelegentlich unkomplizierte Auszahlungen und abgeschlossene Projekte ohne Verlust, sind jedoch klar in der Minderheit. Diese Diskrepanz sollte jeder interessierte Anleger bei seiner Entscheidungsfindung ernsthaft berücksichtigen.
Für Crowdestate Erfahrungen interessierte deutsche Nutzer sollten beachten, dass ausländische Plattformen ohne deutsche Niederlassung keine Abgeltungsteuer automatisch einbehalten. Erträge aus Zinseinnahmen müssen selbst in der Anlage KAP der deutschen Einkommensteuererklärung angegeben werden. Verluste aus Kreditausfällen sind steuerlich nur eingeschränkt verrechenbar. Es besteht keinerlei gesetzliche Einlagensicherung für diese Investments.