Housers ist eine spanische Immobilien-Crowdfunding-Plattform, die 2015 gegründet wurde und ihren Sitz in Madrid hat. Die hinter der Plattform stehende Gesellschaft heißt Housers Global Properties PFP SL. Housers für deutsche Anleger ist insofern zugänglich, als die Plattform über eine gültige ECSP-Zulassung der spanischen Wertpapieraufsichtsbehörde Comisión Nacional del Mercado de Valores (CNMV) unter der Lizenznummer PSFP-13 verfügt. Damit operiert Housers als zugelassener Schwarmfinanzierungsdienstleister im Sinne der EU-Verordnung (EU) 2020/1503 (ECSP) und kann seine Dienste im Rahmen des EU-Passes auch deutschen Anlegern anbieten. Eine direkte BaFin-Aufsicht besteht nicht; zuständige Aufsichtsbehörde ist die CNMV in Spanien.
Das Geschäftsmodell von Housers basiert auf der Vermittlung von Immobilienschuldverschreibungen (Debt-Finanzierungen): Anleger stellen Immobilienentwicklern direkt Kapital zur Verfügung und erhalten dafür vertraglich vereinbarte Zinszahlungen. Die Mindesteinstiegssumme beträgt 300 Euro, was den Einstieg für Privatanleger vergleichsweise niedrigschwellig macht. Die Investments sind ausschließlich in Euro denominiert. Ein Auto-Invest-Feature steht nicht zur Verfügung, sodass Anleger jedes Projekt manuell auswählen müssen. Ein Zweitmarkt ist vorhanden, über den investierte Anteile unter bestimmten Voraussetzungen vor Laufzeitende verkauft werden können.
Die Plattform richtet sich primär an Privatanleger aus dem europäischen Raum und ist in den Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch verfügbar — ein deutschsprachiges Interface fehlt derzeit. Housers bietet zudem eine mobile App an, über die Portfolios verwaltet und neue Projekte gezeichnet werden können. Öffentliche Statistiken zur Finanzierungshistorie werden auf der Website veröffentlicht, jedoch keine aggregierten Rendite- oder Ausfallstatistiken.
Bei der Bewertung von Housers lohnt ein nüchterner Blick auf das Reputationsprofil: Auf Trustpilot spiegelt sich eine stark polarisierte Meinungslage wider. Während ein Teil der Nutzer die einfache Bedienung und die niedrige Mindesteinstiegssumme lobt, berichten zahlreiche Anleger — insbesondere aus dem portugiesischsprachigen Raum — von erheblichen Problemen: Projekte, die weit über ihre ursprünglich geplante Laufzeit hinaus laufen, mangelnde Kommunikation seitens der Plattform sowie ausbleibende Kapitalrückzahlungen. Diese wiederkehrenden Beschwerden sind ernst zu nehmen und werden in dieser Analyse entsprechend eingeordnet.
Deutsche Anleger sollten sich bewusst sein, dass es sich bei Investments über Housers um unverbriefte Schuldtitel an einzelnen Immobilienprojekten handelt. Es besteht keine gesetzliche Einlagensicherung. Das Plattformrisiko, das Projektrisiko sowie das Liquiditätsrisiko sind real und müssen bei der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.